Dieses Buch ist kein Ratgeber im eigentlichen Sinne, aber auf jeden Fall ein sehr fesselndes, spannendes und immer wieder zum Weiterlesen motivierendes Werk.

Auf über 460 Seiten widmet sich der Autor Jens Hafner dem Thema instinktive Rohkost und vermittelt dem Leser auf eine sehr persönliche Art und Weise seine eigenen Erfahrungen mit der rohen Ernährung.

Das Buch ist Inhaltlich in drei Teile gegliedert, wobei sich der erste Teil der Zeit zwischen dem Kennenlernen und dem Aufhören der instinktiven Rohkost widmet. Es beginnt damit, wie Jens Hafner in gesundheitliches Loch fiel und über das Buch eines Freundes auf die instinktive Rohkosttherapie, nach Guy Claude Burger, stieß.

Nach dem Besuch eines Seminars war er so hin und weg von dieser Form der Ernährung, dass er fest entschlossen war sich mehr dem Thema zu widmen. Seiner Freundin (später Frau) ließ er quasi keine andere Wahl, als auf dieses Experiment mit einzugehen. Von dort an beginnt eine Reise in vielerlei Hinsicht. Sie ändern nicht nur beide ihre Ernährung, sondern packen auch noch ihre Koffer, um sich auf den Weg nach Frankreich zu machen, um ein neues Leben zu beginnen. Vorweg: die Reise endet dort nicht, wer mehr wissen möchte, sollte auf jeden Fall das Buch lesen!

Besonders gut gefallen hat mir, dass die menschlichen Aspekte bei den Erzählungen im Vordergrund standen. Es werden nicht irgendwelche Nährstofftabellen herunter gebetet, sondern erzählt, welche Veränderungen sich auch im sozialen Umfeld, zum Beispiel Akzeptanz durch Mitmenschen, ergeben. Oder wie sich das Leben allgemein verändert, welche Hoch und Tiefs man durchleben kann, Veränderungen die Körper und Geist betreffen, welche gesellschaftliche Stellung "Ernährung" heutzutage einnimmt, und so weiter und so fort.

Ein Erfahrungsbericht aus seinem eigenen Leben, der vermutlich an der ein oder anderen Stelle zu reißerisch und bildhaft geschrieben war, aber deutlich zum Weiterlesen motiviert und gespannt darauf warten lässt, was wohl als nächstes passieren wird.

Der zweite Teil ist getrennt von dem "Erfahrungsbericht" des ersten Teils zu betrachten und widmet sich eher dem Titelthema "Philosophie des Rohen", wobei der Autor die Welt der Roh- und Kochkost gegenüberstellt und seine persönlichen Meinungen und Eindrücke erläutert. So geht es "grob" gesagt um den Umgang mit der Umwelt und derselbigen Vergiftung, wie unser Körper auf diese Gifte reagiert und welche Philosophie der Autor mit der Kochkost verbindet.

Der dritte und letzte Teil des Buches gibt eine ausführliche Anleitung, wie man selbst eine instinktive Rohkost beginnen und durchführen könnte.

Die Anleitung zur Durchführung einer instinktiven Rohkost fand ich gut, hat mir aber auch gleichzeitig ein wenig Motivation genommen. Bei der Zusammenstellungen der Lebensmittel-Palette wird empfohlen, dass man sich mit je einem Kilogramm roten Bananen, kanarischen Bananen sowie Apfelbananen eindecken sollte. Für mich waren Bananen bisher immer nur Bananen. Sicherlich sollte es, dank Internet, heutzutage kein Problem mehr sein an die Lebensmittel zu kommen, aber irgendwie schrecken mich zum einen meine eigene Ahnungslosigkeit und zum anderen die schwierige/teure Beschaffung der Lebensmittel eher ab.

Im Anhang befindet sich ein umfangreiches Literatur- und Quellenverzeichnis, was dem interessierten Leser hilft, sich selbst mit dem Thema weiter auseinandersetzen zu können, wenn er das denn noch möchte. Neben Büchern und Internetquellen, werden auch noch Lebensgemeinschaften und geeignete Urlaubsziele genannt, was für mich das ganze sehr praxistauglich abrundet.

Auf der Internetseite http://www.the-raw.de.to, bietet Jens Hafner einige ergänzende und weiterführende Informationen zu dem Thema des Buches. Wer noch mehr über das Buch erfahren möchte, findet im Rohkost-Wiki eine weitere Rezession.

All denen, die sich aktuell mit dem Thema (instinktiver) Rohkost auseinandersetzen möchten, kann ich dieses Buch nur wärmsten ans Herz legen. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung!

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