Der Titel Mindfuck ist durch das englische "to fuck sb. mind" (jemanden sabotieren) inspiriert und bildet die Hauptüberschrift einer ganzen Buchreihe. Vorweg, die Bände scheinen in sich selbst abgeschlossen zu sein!

Die Autorin, Petra Bock, studierte Geschichte und Politikwissenschaften, machte ihren Doktor zum Thema Transformationsprozesse und Systemwechsel von Diktaturen in Demokratien, arbeitete eine Zeit lang im Change-Management und ist nun seit 2001 als Coach tätig.

Das hier rezensierte Buch beschäftigt sich allgemein mit den Ursachen von "Selbstsabotage", was diese ist, woher diese kommt, wie man sich dieser Sabotage bewusst wird und wie man mit ihr besser umgehen kann. Zu Mindfuck werden zum Beispiel Beziehungen gezählt die man eigentlich nicht mehr führen möchte, oder dass man sich Jahre lang durch einen Job quält, der einen nicht erfüllt. Kurz und knapp: Es geht um Selbstfindung und Persönlichkeitsentwicklung.

Aufbau und Inhalt

Der Text lässt sich gut lesen und war für mich leicht verständlich. Viele der Informationen und Beispiele stammen aus der Coaching-Tätigkeit von Frau Bock, wodurch immer wieder auf "realistische" Beispiele zurückgegriffen werden kann.

Das Buch besteht aus vier Kapiteln, wobei das vierte Kapitel mit ca. 120 Seiten den meisten Raum für sich beansprucht.

Im ersten Kapitel des Buches wird erklärt, was Mindfuck überhaupt ist. Wenn ich die Autorin richtig verstanden habe ist Mindfuck eine Selbstsabotage, die dadurch entsteht, dass wir uns unbewusst Grenzen setzen, die nicht real sind und uns davon abhalten unser gesamtes Potential zu entfalten. Es wird auf die Entstehung eingegangen, zum Beispiel Prägung in der eigenen Kindheit, und versucht darin zu motivieren, die eigene Selbstsabotage zu überwinden bzw. die ersten Schritte auf einem neuen, eigenen Weg zu gehen.

In Kapitel zwei wird Mindfuck als eine Art Wächterfunktion beschrieben, die ursprünglich vor Schaden bewahren soll, uns bei Ungleichgewicht aber auch blockieren kann. Als weitere Erklärung dazu werden individuelle Aspekte angesprochen, wie zum Beispiel innere Blockaden, das eigene Glücksempfinden, starre Denkstrukturen, sowie Depressionen und Emotionen.

Insgesamt nennt Petra Bock in ihrem Buch sieben Arten von Mindfuck, die das persönliche Gleichgewicht behindern:

Katastrophen-Mindfuck (Angstgefühle)
Selbstverleugnungs-Mindfuck (Interessen anderer über die eigenen Stellen)
Druckmacher-Mindfuck (Sich und andere unter Druck setzen)
Bewertungs-Mindfuck (ständiges Bewerten von sich und anderen Menschen)
Regel-Mindfuck (Einhaltung strikter Regeln)
Misstrauens-Mindfuk (generell sich und anderen Misstrauen)
Übermotivations-Mindfuck (starke Euphorie und Risiken verdrängen)

Das dritte Kapitel behandelt Denkweisen und die evolutionären Folgen von Mindfuck. Es wird genau auf die Prägung durch die Eltern eingegangen, wie man bestimmte Verhaltensweisen (Überlebenstechniken) übernimmt, woher unsere Eltern wiederum ihren eigenen Mindfuck haben und welche Folgen Mindfuck für folgenden Generationen haben kann, oder welche Folgen wir eventuell selbst tragen.

Das vierte und letzte Kapitel widmet sich voll und ganz dem überwinden der Selbstsabotage. Es werden anfängliche Motivationsgedanken genannt, Erste-Hilfe-Strategien erklärt, wie man seine Denkweisen neu programmiert, diese positiver macht, wie man zu einem konstruktiveren Leben kommen könnte und noch einige Punkte mehr.

Meine Meinung

Das, was in dieser Rezension zu lesen ist, ist nur ein ganz kleiner Teil des Buches, der dem Umfang nicht mal im Ansatz gerecht wird. Es lohnt sich auf jeden Fall zusätzlich den Klappentext durchzulesen und falls möglich das ganze Inhaltsverzeichnis. Es sind wirklich viele Aspekte herangezogen worden, die mir für ein tieferes Verständnis von Ursache und Wirkung sehr hilfreich waren.

In einigen negativen Amazon-Rezension, war für ein paar Rezensenten der Inhalt des Buches eher "Alter Wein in neuen Schläuchen". Diesen Eindruck kann ich nur bedingt teilen und man sollte bedenken, dass es auch Menschen gibt, die vorher nur wenige bis keine Bücher zu diesen Themen gelesen haben. Einige Punkte könnten einen unter Begriffen wie "inneres Kind", oder "innerer Kritiker" bereits bekannt vorkommen, was ich aber absolut in Ordnung fand und das Geschriebene auf mich keinesfalls wie eine Wiederholung wirkte.

In Bezug auf den inneren Kritiker gefällt mir das Prinzip von Mindfuck als Wächter sogar deutlich besser, da es einfach positiver wirkt. Der Begriff Kritiker hat für mich einen eher negativen Touch, wobei ich einen Wächter auf Anhieb auch als Freund akzeptieren könnte. Wenn ich die Wahl habe mit wem ich mich beschäftigen möchte, dann doch eher mit einem Freund anstatt einem Kritiker.

Einige der Erste-Hilfe-Tipps waren mir zwar ebenfalls bekannt, aber eine gute Erinnerung, um sich erneut damit auseinander zu setzen.

Was mir sehr gut gefallen hat waren klar verständliche Erklärungen, wodurch wir unsere Prägungen und Zweifel erhalten können - zum Beispiel durch unsere Eltern-Kind-Beziehung - an welchen Situationen sich diese erkennen lassen und welche Folgen daraus entstehen können.

Ebenso hatte ich den Eindruck, dass die einzelnen Abschnitte eher am Zahn der Zeit nagen, indem auch Themen wie Lebensqualität angeschnitten wurden, was nach meinem persönlichen Eindruck heutzutage für viele Menschen sehr wichtig geworden ist.

Zu meinem persönlichen Verständnis konnte dieses Buch sehr gut beitragen, was ich bei anderen Fachbüchern bisher nicht so gut in Erinnerung habe. Die Autorin weist auch klar auf die Grenzen dieses Ratgebers hin und empfiehlt bei zu starken Problemen das Aufsuchen eines Therapeuten - was für mich in solchen Büchern immer ein wichtiger Punkt ist.

Wer sich mehr mit seinen eigenen Blockaden auseinandersetzen möchte und auf der Suche nach seinem Selbst ist, dem möchte ich dieses Buch wärmstens ans Herz legen. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung!

Falls sich bis hierhin jemand durchgearbeitet hat und noch etwas anderes zu dem Buch wissen möchte, kann mich gerne anschreiben, oder einen entsprechenden Kommentar hinterlassen!

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